Tag: indonesia

Sojasack vor einer Hütte

MADE IN INDONESIA.

Unnachgiebig unaufhaltsam frisst sich dreckigbrauner Rost das verwitterte dünne Metall hinauf. Erklimmt den silbernen Bauchnabel der mannshohen Tonne, schnürt sie wie Schneewittchens verzauberter, todbringender Gürtel. Darunter leckt das Feuer sein gieriges Zünglein.

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20. Mai 2015

Opferung eines Büffels

DER TOD DES BÜFFELS.

Dumpf klatscht der erdrückend schwere Körper auf den staubigen Boden. Das dreckverklebte Fell staucht sich wellenförmig den Rücken hinauf. Ein Huf zuckt bedächtig in der Luft, bis er schlaff zu Boden sinkt. Klebrig quillt das dunkle Blut aus dem tiefen Schnitt. Rinnt gemächlich den Hals hinab. Ein letzter schwerer Atemzug. Die Erde färbt sich rot.

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20. Mai 2015

Blick vom Gipfel auf das Meer

GIPFELSTÜRMER BRAUCHEN KEIN FRÜHSTÜCK.

Leise, kaum merklich, löst sich unter dem Druck meiner Schuhsohle ein Krümel Erde. Kullert mit zunehmender Geschwindigkeit den Hang hinab. Sammelt eine Wolke weiterer Krümel auf und reißt sie mit sich. Jetzt rennt eine ganze Lawine an Dreck den steilen staubigen Weg hinunter.

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18. Mai 2015

Sonnenaufgang über Borodubur

MYSTISCHES BOROBUDUR.

Schriller Alarm beendet den kurzen Schlaf. Einer Katzenwäsche folgt die Kleiderauswahl. Als Beinkleid der blumengemusterte Sarong. Warmer Pullover gegen die Morgenkühle. Auf leisen Sohlen schleichen wir über knarzende Holzdielen aus dem schlafenden Haus. Draussen ist es dunkel. In kühler Nachtluft warten wir auf unseren Guide. Auf der Uhr eine gar unmenschliche Zeit: 4:20.

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18. Mai 2015

Büffelmarkt in Rantepao

BÜFFELBÖRSE.

Helle glasige Augen blicken unter dichten langen Wimpern hervor. Garstige Fliegen tippeln tastend über kurze helle borstige Haare. Saugen salzige Tränen auf. Setzen sich im Augenwinkel fest. Der kräftige muskulöse Wasserbüffel reckt mit weit geöffnetem Maul den Kopf in die Höhe. Der Ring in seiner Nase zerrt, geführt durch die Hand seines Besitzers.

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31. Januar 2015

Beerdigungs-Zeremonie der Tana Toraja

TANA TORAJA – LEBEN MIT DEM TOD.

Zwei weitere Jahre verbrachte er mit seiner Familie, er, der Tote. Täglich kochten sie ihm duftenden Reis, stellten die dampfende Schale an sein Bett. Dazu ein Glas Flüssiges, sowie ausreichend Zigaretten für den Genuss. Mumifiziert nimmt er am täglichen Geschehen teil. Stunden, Tage, Wochen, Monate um Abschied zu nehmen, den Verlust zu verarbeiten, die Trauer zu besiegen. Krank ist er, nicht tot. Leblos sicherlich, aber nicht tot. Immer noch da, nicht weg.

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25. Januar 2015